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BÄRCHENs Abenteuer

 
 
 

Meine Weihnachtsgeschichte 2015, die per E-Mail an viele Leute ging:

Liebe Katzenfreunde,

fast ist es schon eine Tradition, zu Weihnachten einen Gruß an alle Tierschutzfreunde, Helfer, Unterstützer und Katzenbesitzer zu versenden. Darum möchte ich damit auch in diesem Jahr fortfahren. Aber statt langer Berichte über meine diesjährigen Tierschutzaktivitäten möchte ich dieses Mal über (m)ein Weihnachtsmärchen schreiben.

Alle meine Samtpfoten hätten es verdient, die Weihnachtsgeschichte 2015 zu werden, aber dann kurz vor Weihnachen ereignete sich hier ein Weihnachtsmärchen der besonderen Art, von dem ich nun berichten möchte.

Am Sonntag, den dritten Adent, erhielt ich morgens einen Anruf: eine Frau hat BÄRCHEN im Internet entdeckt, er ginge ihr nicht aus dem Sinn, und sie wollte wissen, ob er noch zur Vermittlung steht? Ich hatte gelegentlich Anfragen für BÄRCHEN, aber nie die richtige; somit steht er noch zur Vermittlung.

Nun muss man wissen, dass BÄRCHEN unser absoluter Notfelle-Notfall ist. Er ist seit Mai 2013 bei uns, weil die Vorbesitzerin ihn einschläfern lassen wollte, die Tierärztin aber mich bat, das BÄRCHEN zu übernehmen. Grund für die "beinahe" Euthanasie war permanente Unsauberkeit, die aber bis dahin nicht einmal medizinisch abgeklärt worden war.

 
 
 

So begann eine lange Zeit der Behandlung mit Futterumstellung, jede Menge Medizin und viel Zuwendung. BÄRCHEN war sehr verstört, denn er hatte zuvor mit vier anderen Katzen zusammengelebt. Dort lebte er nur noch auf dem Wohnzimmerschrank, von wo er nicht mehr herunterkam.

Inzwischen wurde klar, dass BÄRCHEN
1. sehr krank war;
2. ein absoluter Einzelgänger ist.

Fazit: Er hat sich prima erholt, das Urinary Spezialfutter hat angeschlagen, die Harnweginfektion ist abgeklungen, die Struvitsteine sind ausgeschwemmt, die Magenschleimhautentzündung ist im Griff. Zwei Mal hat er eine Zahnsanierung erhalten ... Kurzum, er ist "generalüberholt".

Natürlich hat BÄRCHEN hier sein Einzelzimmer bekommen, das schönste von allen mit Blick in den Garten nach Süden, und er hätte bei uns ein Wohnrecht auf Lebenszeit. Aber dieser Ort ist nicht gut für diesen hochsensiblen Kater, es ist einfach zu unruhig, so dass er ständig gestresst ist.

 
 
 

Zurück zu Sonntag, den dritten Advent: Nach einem längeren Telefonat kam etwas später ein zweiter Anruf: Sie würde sich jetzt ins Auto setzen und käme BÄRCHEN besuchen, wenn das passt? Mal eben aus Hamburg! So war Frau M. keine 4 Stunden später bei BÄRCHEN zu Besuch und die beiden haben sich auf Anhieb sehr gut verstanden. Frau M. ist erfahren mit älteren Katzen und suchte gezielt ein solches armes älteres Tier in Einzelhaltung. Und auch eine mögliche stressbedingte Unsauberkeit durch den Umzug ins neue Zuhause hat sie nicht abgeschreckt. Ein paar Tage später kamen zwei getragene T-Shirts in einem Paket, damit sich BÄRCHEN an den Geruch gewöhnen kann :-) Die Vorkontrolle hat dank eines befreundeten Vereins vor Ort stattgefunden, und wie erwartet war alles perfekt und absolut katzengerecht im neuen Zuhause!

 

 
 
 

 

So hat BÄRCHEN nun sein größtes Weihnachtsgeschenk, auch wenn er wegen eines bereits geplanten Urlaubs von Frau M. erst am 07.Jan.2016 umziehen wird. Und weil es für den Kater so phantastisch ist, ist es auch für mich ein Weihnachtsmärchen. Das Foto zeigt BÄRCHEN mit seiner künftigen Dosenöffnerin.
 

Teil 1: BÄRCHENs Abenteuer beginnt

Frau M. hat ihren Urlaub verkürzt, so dass sie schon am 04.Jan. (Sonntag) den Kater abholen kam. Leider hat der Wintereinbruch und ein liegengebliebenes Fahrzeug die Fahrt zu einer Tortur werden lassen, und mit Stunden Verspätung traf Frau M. mit Begleitung hier ein. Alles war schon gepackt und dann wurde es ernst ... nicht nur für Bärchen, für mich auch. Und trotz fester Vorsätze, mich zu freuen, flossen dann doch die Tränchen. Frau M. drückte mich und versprach erneut, sich sehr gut um das BÄRCHEN zu kümmern.

 
 
 

Teil 2: Und dann kam am Montagabend, 05.Jan., die erste erlösende Meldung:

"BÄRCHEN hat sich auf der Rückreise tapfer geschlagen. Er war ganz leise, beim Anhalten war er ängstlich, aber nicht panisch. Als wir endlich gegen 0 Uhr 30 hier waren gab es eine Überraschung. Ich war ganz sicher, dass er sich sofort verstecken würde, aber weit gefehlt: Der kleine Mann ging auf Entdeckungsreise durch die Wohnung. Bei seinem Spiegelbild in Backofenfenster hat er sich erschrocken. Ich habe ein Küchentuch davor gehängt und dieser andere Kater war verschwunden - Gott sei Dank! Als ich im Bad war, kam er hinter, strich mir um die Beine, und als ich dann rechtschaffend müde Richtung Bett ging, kam er mit. Ich habe ihn dann hoch genommen und auf das Bett gesetzt. Er blieb vielleicht 10 Min. liegen und ich durfte ihn streicheln. Danach ist er in sein Körbchen. Heute früh hat er aus der Distanz alles beobachtet. Er hat noch nicht richtig gefressen, aber er hatte heute abgeführt und gepullert. Im Moment sitzt er auf der Sofalehne und beobachtet alles ganz genau. Das sind die Neuigkeiten aus Hamburg.
Wir melden uns bald wieder, bis dahin.
LG K.M."

Teil 3: Neues aus dem Norden

"Hallo Frau Bürger,
Heute hat er auch das erste Mal richtig gefressen. Die Tage davor hat er, freundlich ausgedrückt, etwas zu sich genommen. Gestern Abend hat er mich an der Tür begrüßt, das war einfach großartig. Trotz Paste wollte er nicht wirklich fressen, aber als ich ein Brombeerjoghurt zum Nachtisch (auf dem Bett liegend) aufmachte mußte er seine kleine Nase reinhalten, einen Klecks von meinem Finger war akzeptiert. Zum Thema Bett bzw. Schlafen gibt es noch Diskussionsbedarf. BÄRCHEN neigt dazu quer zu liegen und ist entsprechend empört, wenn ich versuche mich unter die Decke zu legen!!! Heute früh kam er mit in die Küche und hat wie selbstverständlich eine Portion Nassfutter mit Paste aufgefuttert. Es gibt schon zwei Lieblingsplätze, auf dem großen Esstisch hat man einen guten Überblick über den Wohnbereich und auf dem Rückenteil des Sofas hat man den Balkon mit Futterhaus im Griff. Liebe Frau Bürger, ich bin so froh das sie mir BÄRCHEN anvertraut haben, er ist ein so feiner kleiner Mann, vielen Dank. Soweit für heute.
Bis bald LG K.M."

Teil 4: keine Chance

"BÄRCHEN läßt Sie ganz herzlich grüßen. Der kleine Mann liebt sein (mein ehemaliges) Bett, morgens kommt er jetzt gerne ganz vorsichtig (ich bemerke es nicht), hält mein Gesicht ganz vorsichtig mit seinen Pfötchen fest und putzt mir die Nase und/oder mein Kinn. Meine Begeisterung hielt sich erst einmal in Grenzen, aber er guckt so lieb, dass ich mich in mein Schicksal ergeben habe - keine Chance!

Er futtert ganz gut und hat 200g zugenommen. Pro Mahlzeit eine 85g Dose und Trockenfutter. Es bedarf auch keine Paste. Das Trockenfutter stelle ich ihm nach dem Nassfutter hin. Das klappt ganz gut. Er hat auch verstanden, dass ich abends für ihn da bin. Die ersten Tage wollte er erst schmusen und hat das Futter nicht gleich gefressen, jetzt futtert erst und kommt dann zum schmusen. Am Wochenende war er alleine auf den Balkon gegangen.

Ach ja, Schreibtisch: Ich arbeite von zu Hause und sitze gerade an Wochenenden länger hier. Der kleine Mann kommt denn auch vorbei und weiß inzwischen, wenn sich kleine Pfötchen auf die Tastatur legen, dann kann der Dosenöffner nicht arbeiten, sondern widmet sich dem Störenfried. Er ist einfach großartig. Soweit die Neuigkeiten der Nordlichter.

Liebe Grüße von Bärchen und Anhang"